Sonntagmorgen Waldyoga küsst Bachyoga

Sonntagmorgen mit den Waldgöttinnen

21.06.2026 – es ist f…ing heiß.

Eigentlich bin ich gesegnet, hier aufgewachsen zu sein. In Kehl am Rhein, gegenüber von Strasbourg, zwischen Schwarzwald und Vogesen.

Und vor allem mit diesem wunderbaren Auenwald direkt vor der Haustür. Mit seinen Rheinarmen, kleinen Bächen und schattigen Wegen ist er der perfekte Ort für meine Waldyoga-Stunden.

Heute Morgen war der Wald voller als sonst. Verständlich – jeder sucht ein bisschen Erfrischung.

Sechs Waldgöttinnen haben sich angemeldet. Und eine neue Teilnehmerin dabei. Ich nenne sie liebevoll eine Anwärterin auf die Göttinnenwürde.

An unserer kleinen Brücke beginnt jede Stunde mit einem Namaste. Wir verbeugen uns vor uns selbst, begrüßen Mutter Erde und halten einen Moment inne.

Dann strecken wir die Arme weit nach oben, dem stahlblauen Himmel und dem saftig grünen Blätterdach entgegen.

Allein diese Farben lösen bei mir jedes Mal einen kleinen Flash aus.

Genau an dieser Brücke steht eine alte Silberweide. Im Sommer tropft sie eine klebrige Flüssigkeit, die ich liebevoll ihr Wald-Elixier nenne. Ob sie tatsächlich verjüngt, weiß ich nicht. Obwohl ich überzeugt bin, dass die wahre Schönheit sowieso von innen kommt.

Und außerdem hat jede meiner Lachfalten ihre ganz eigene Geschichte.

Doch heute wartet noch etwas anderes auf uns.

Gemeinsam laufen wir weiter zur Wassertretstelle mitten im Wald. Drei Yoginis sind sogar im Badeanzug gekommen – sie kennen mich inzwischen.

Yoga im Bach ist nämlich eine ganz besondere Erfahrung. Gar nicht so einfach auf einem Kieselbett das Gleichgewicht zu halten, während das Wasser um die Beine strömt.

Bei mir gibt es keine strengen Yogastunden mit ernsten Gesichtern.

Wir lachen. Wir planschen. Wir probieren aus.

Und manchmal entstehen dabei ganz neue Asanas.

Vom Storch über die Wildgans bis hin zum Eichhörnchen ist heute alles vertreten.

Das Wasser spritzt, Gelächter erfüllt den Wald und die Spaziergänger bleiben stehen und schauen neugierig zu.

45 Minuten im kalten Bach haben übrigens einen wunderbaren Nebeneffekt:

Man ist herrlich heruntergekühlt.

Bevor wir das himmlische Wasser wieder verlassen, stürzen sich die drei mutigen Badenixen noch einmal in die Strömung.

Wie Fische schwimmen sie auf einer Stelle im Wasser, während wir feststellen, dass es fast unmöglich ist, gegen den Bach anzukämpfen.

Erfrischt, heiter und ein bisschen glücklicher laufen wir zurück zu unserer Brücke.

Wir stellen uns auf, legen die Hände vor dem Herzen zusammen und singen dreimal ein langes Om.

Die Schwingungen tragen durch den Wald, vibrieren im ganzen Körper und massieren – zumindest gefühlt – sogar unsere inneren Organe.

Und ich bleibe dabei:

Wer nicht omt, ist selber schuld.

Om Shanti.

Friede. Gesundheit. Leichtigkeit.

Ich danke jeder einzelnen Waldgöttin für ihr Vertrauen, ihre Offenheit und ihre Freude.

Und vielleicht bekommst du ja beim Lesen Lust, selbst einmal mit den Füßen im Bach zu stehen, den Blick in die Baumkronen zu richten und Yoga ganz ohne Leistungsdruck zu erleben.

Mit einem Lächeln, nassen Füßen und einer Portion Waldzauber.

Herzlich,

Eure Daniela