Purify & Rise

Purify & Rise – 

 

Es geht los.

Tanya unterrichtet gerade noch eine Yogastunde in Freiburg,

während ich heute Morgen mit Kopfschmerzen aufgewacht bin.

Klassiker. Wahrscheinlich wieder zu wenig getrunken.

 

Wenn es voll wird, wenn viel los ist, vergesse ich das gerne mal –

Wasser trinken… atmen… die einfachen Dinge eben. 

Also erster Reminder an mich selbst: Ayurveda beginnt nicht erst im Retreat.

Währenddessen hebt Tanya nach ihrer Stunde noch ganz entspannt ihr Harmonium ins ohnehin schon vollgepackte Auto –

ich sag mal so: auch das ist eine Art Krafttraining. 

Und dann macht sie sich auf den Weg nach Saint Marie aux Mines.

 

Ich war heute früh schon im Garten. Veilchen pflücken. 

Diese kleinen, violetten Schönheiten sehen ja ganz zart aus –

haben es aber faustdick in ihrer Blüte.

Schleimlösend, klärend… also eigentlich genau das, was wir für unser Frühlingsretreat brauchen.

Die Natur weiß halt doch, was sie tut.

Mein kleines Auto ist übrigens auch bis oben hin voll.

Wirklich bis oben.Es fehlt nur noch… natürlich… die Kühltasche.

Die wird jetzt noch irgendwo dazwischen geatmet.

Oder manifestiert. Mal schauen, was besser funktioniert. 

Und dann fahre ich los.Richtung Vogesen. 

Richtung Saint Marie aux Mines.

Richtung Purify & Rise. 

Und wie so oft: Es beginnt nicht erst vor Ort.

Es beginnt genau hier.

Im Chaos, im Packen, im Nicht-genug-Wasser-trinken,

im Veilchenpflücken und im Vertrauen, dass sich am Ende alles fügt. 

 

Purify & Rise – Ankommen (mit kleinen Umwegen) 

Als erstes muss ich wohl dazu sagen: Ich fahre nicht gerne Auto.

Und wenn sich jemand verfährt…

dann ich. 

Mein Navi hat mich heute jedenfalls fast an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht.

Mit meinem kleinen Fiat 500 ging es plötzlich einen ungeteerten Waldweg nach oben.

Schmal. Steil. Kein Wenden. Kein Zurück.

Also blieb nur eins: weiterfahren.

Und nebenbei alle Götter anrufen, die mir eingefallen sind. 

Irgendwann – wie ein kleines Wunder – kam da dieser eine Vorsprung.

Groß genug zum Wenden.

Durchatmen.

Karin anrufen – die Frau vom Seminarhaus.

Neu ausrichten. Und dann… nochmal von vorne.

Ab da ging es plötzlich ganz leicht. Und ich kam an. 

Auspacken. Taschen, Körbe…

und ja, die Körbe haben alle ihre eigene Geschichte.

Ich weiß auch nicht warum, aber auf jeder Yogareise kommt mindestens einer dazu.

Irgendwie entstehen daraus immer eine neue kleine Geschichte oder Erinnerung 

 

Tanya kam etwas später – direkt nach ihrer Yogastunde.

Einmal kurz durchschnaufen… und dann mit Schwung ins Retreat.

Die Yoginis aus Kehl ließen sich noch ein bisschen Zeit.

Hier noch ein Bier, da noch ein Stück Kuchen im Dorf, bevor es dann hieß:

Purify & Rise. 

Als schließlich alle da waren, saßen wir zusammen, tranken Tee,

aßen Nüsse und Mandeln und haben die letzten Sonnenstrahlen eingesammelt. 

Um 17 Uhr – ganz nach Plan – ging es los. Ein somatisches Einstimmen.

Manche noch ein bisschen außer Atem…nicht nur wegen der Bewegungen.

Mal fließend wie Öl, mal zäh wie Honig.

Und genau dazwischen passiert etwas. Ein Loslassen. Ein Ankommen.

Dann erklingt das Harmonium. Tanya beginnt ein Mantra zu singen…

Und plötzlich liegt da diese ganz besondere Energie im Raum. 

Ich selbst bin immer wieder verschwunden –

zurück in die Küche. Kochen. Rühren. Abschmecken.

Alles war natürlich schon vorbereitet (man lernt ja dazu 😄).

 

Unser Menü:

Ayurvedischer Apero,

Spinat-Brennnesselsuppe mit Life-changing Brot,

Gewürz-Apfelkompott.

Es wurde gegessen, gelacht, aufgeatmet. Alles hat sich langsam gesetzt.

Die Goodie Bags wurden verteilt,

die ayurvedischen Reinigungsrituale für den nächsten Morgen erklärt.

 

Und nach und nach zogen sich alle zurück.In ihre Zimmer. In ihre Ruhe.

Und wir? Wir auch. Ziemlich platt. Einfach ins Bett gefallen.

Und irgendwo zwischen Waldweg, Veilchen, Mantra und Suppe

war es plötzlich da:

Dieses Gefühl von

Jetzt hat es wirklich begonnen.